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als teenager hat meine leidenschaft für die musik begonnen. mein erstes lied schrieb ich mit 15 jahren und begleitete mich dabei mehr schlecht als recht auf einer orgel. als ich dann meine erste gitarre geschenkt bekam, war meine leidenschaft endgültig erwacht. ich schrieb heimlich lieder während langweiligen geschichtsstunden, wobei ich die melodien in den pausen und auf dem nachhauseweg immer wieder vor mich hin summen musste, damit ich sie nicht vergass. ich sperrte mich stundenlang in mein zimmer ein, tüftelte an meinen texten und verlor mich in meiner eigenen welt. es gab so viel zu erzählen, so viel auszudrücken, so viel zu verstehen. ab und zu wagte ich es, mich mit einem kassettenrekorder aufzunehmen, was jedoch ausnahmslos dazu führte, dass ich entsetzt beschloss, niemals wieder einen ton zu singen und einen weiten bogen um die gitarre zu machen... bis ich nach zwei tagen der versuchung nicht mehr widerstehen konnte. das singen war für mich ausdruck meiner gefühle und leidenschaft geworden, es war heilung, therapie - darauf zu verzichten, hätte geheissen, meine emotionen unter verschluss zu halten, und das hielt ich nicht aus. ausserdem gab es immer menschen, die mich unterstützten und die an meine musikalischen fähigkeiten glauten, was mich zum weitermachen motivierte. ich begann bei familienanlässen zu singen, bei geburtstagsfeiern und hochzeiten, und manchmal kam es auch dazu, dass ich freunden oder auch fremden auf reisen meine musik vorspielte. die reaktionen der menschen auf meine musik haben mich immer wieder verwundert. ihr tiefes schweigen, ihr lächeln und ihre tränen zu sehen, ist für mich jedes mal überwältigend. es gab und gibt immer wieder menschen, die sich von meiner musik berühren lassen wollen, die ohne scheu ihre gefühle fliessen lassen, mich teilhaben lassen an ihren prozessen und mich damit zutiefst beschenken. lange fehlte mir der mut und das selbstvertrauen, meine lieder aufzunehmen, obwohl die nachfrage danach immer lauter wurde. im märz 06 wurde ich auf einer reise in sinai sehr krank und lag vom fieber geschüttelt in meiner hütte. als ich die augen im fiebertraum öffnete, sass mein tod in gestalt eines jungen mannes neben mir. ich hatte schreckliche angst zu sterben, wehrte mich mit ganzem herzen gegen den tod, doch er blieb beharrlich neben mir sitzen. nach langem ringen gab ich den kampf auf und erinnerte mich an all die geliebten menschen zu hause und liess mein gesamtes leben an mir vorbei ziehen. ein bedauern, eine frage blieb zurück und schmerze mich tief: wieso habe ich der welt meine musik nicht geschenkt? wieso lasse ich nichts von mir zurück? die erinnerungen an diese nacht schenkten mir in den monaten darauf den mut, um meine lieder endlich aufzunehmen.
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